U. Leibbrand GmbH - Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb 2026
U. Leibbrand, Schorndorf
„Nur wenn du selbst ausbildest, bekommst du die Mitarbeiter, die du brauchst“
Die Firma Leibbrand bildet seit über 30 Jahren selbst aus und viele Lehrlinge bleiben dem Unternehmen anschließend treu. Das liegt u.a. am hohen Engagement des Inhabers Frank Krämer und seiner Philosophie aus Wertschätzung und Förderung. Aus Sicht der Jury hat dieser „Vorbildliche Ausbildungsbetrieb“ den Heimtex Star 2026 verdient.
Die Ausbildung junger Menschen hat einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition bei Leibbrand in Schorndorf: Seit 1991 wird kontinuierlich in den Nachwuchs investiert. Viele Handwerkerinnen und Handwerker haben hier ihr berufliches Fundament gelegt und sind dem Betrieb nach der Gesellenprüfung treu geblieben. 2025 etwa feierten neun Mitarbeiter Jubiläen mit zehn, 20 und 30 Jahren Betriebszugehörigkeit. Das klingt nach einer Erfolgsstory. Wenn man bedenkt, dass durchschnittlich zehn Azubis pro Jahr ihre Ausbildung bei Leibbrand durchlaufen, muss der Betrieb vieles richtig machen.
Geschäftsführer Frank Krämer blickt zurück: „Mitarbeiter zu bekommen, ist immer schwieriger und komplizierter geworden. In den letzten 30 Jahren gab es Höhen und Tiefen, die Phase mit den Leiharbeitern aus den östlichen Bundesländern brachte uns gute Handwerker, das war aber relativ schnell vorbei. Dann haben Daimler oder Porsche, die bei uns in der Nähe sind, bei starker Autonachfrage den Markt leergefegt. Und es gab die Jahre mit hoher Arbeitslosigkeit, wo man sich den besten Bewerber aussuchen konnte. Aber das ist im Handwerk schon lange nicht mehr so.“
Als Krämer die Firma 1992 übernahm, war ihm klar: „Nur wenn du selbst ausbildest, bekommst du die Mitarbeiter, die du brauchst.“ Das bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen für junge Menschen auf dem Weg in ihr Berufsleben. „Ich denke schon, dass wir uns sehr um sie bemühen und sie sehr ernst nehmen. Wir stecken viel Energie hinein, um sie zu integrieren, zu fördern und am Ende auch zu behalten“, erklärt Krämer und meint: „Heute brauchst du einfach Mitarbeiter, die mehr können als nur Wände streichen.“ Das bezieht sich nicht nur auf das Fachliche. Beispiel Digitalisierung: Bei Leibbrand haben inzwischen alle ein Firmenhandy, alle haben eine E-Mail-Adresse, alle haben einen Zugang zum Intranet, alle verbuchen ihre Zeiten digital, alle arbeiten mit der digitalen Bauakte. „Man muss die Voraussetzungen schaffen und die Menschen befähigen. Und wenn man beim Azubi anfängt, und der zieht mit, dann hast du natürlich später einen Spitzengesellen“, ist Krämer überzeugt.
Breites Tätigkeitsspektrum ist ein Vorteil
Wer heute bei Leibbrand eine Ausbildung machen möchte, findet aufgrund des breiten Angebots an Handwerksleistungen beste Voraussetzungen vor. Die Firma, 1925 als reiner Malerbetrieb gegründet, bietet Leistungen unterschiedlicher Gewerke an, die alle unter einem Dach gebündelt sind: Maler und Lackierer, Stuckateur und Trockenbauer, Raumausstatter und Bodenleger, Innenausbauer und Schreiner. Die ganze Angebotspalette wird im modernen „Schau_raum“ präsentiert, einem Ausstellungsraum und Ladengeschäft unweit des Zentrums von Schorndorf, einer Stadt im Großraum Stuttgart mit gut 41.000 Einwohnern. Auf 650 m2 Ausstellungsfläche finden sich alle Produkte für die Raum- und Fassadengestaltung zum Anschauen und Anfassen. Anhand von Originalmustern lassen sich haptische Qualität, Struktur, Farbwirkung und Materialität erleben. Im angeschlossenen Farbenmarkt gibt es Handwerkerqualität für Endverbraucher.
Viele Azubis kommen, viele Azubis bleiben nach der Lehre und werden dann für langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt.
„Ich glaube, dass sich die jungen Menschen, die zu uns kommen und eine Ausbildung machen möchten, schon ganz bewusst für die Firma Leibbrand entscheiden, eben weil es verschiedene Bereiche gibt“, meint Frank Krämer. „Wenn wir sie dann auch noch gut ausbilden, bleiben die jungen Leute eher. Weil sie bei uns einfach die Liebe zum Handwerk entdeckt haben.“ Tatsächlich bekommen die Auszubildenden während der Lehre breite und tiefe Einblicke in die verschiedenen Abteilungen. Das beginnt bereits mit der Einarbeitung und setzt sich in individuellen Lehr- und Lernplänen während der ganzen Ausbildungszeit fort.
Wertschätzen, fördern und fordern
Frank Krämer legt zudem großen Wert auf Teamgeist, respekt- und vertrauensvolles Miteinander. „Ganz viel von dem, was wir machen, hat mit Wertschätzung zu tun“, sagt er und nennt Beispiele: „Meine frischgebackenen Gesellen begleite ich immer wenn möglich zur Lossprechungsfeier, nach den Prüfungen waren wir mit den Azubis auf der Kartbahn und wir gehen auch mal gemeinsam Bowling spielen. Oder unsere hochwertig ausgestatteten Sozialräume und Kantine: Ich möchte den Mitarbeitern zeigen, was für tolle Sachen wir hier bei Leibbrand machen, und sie sind Teil davon.“ Als Unternehmen müsse man sich auch hier immer wieder neu orientieren und dürfe nicht stehenbleiben. „Denn es ist ja so: Jeder Mensch, wir alle möchten doch wahrgenommen und wertgeschätzt werden.“
Wer bei Leibbrand seine Ausbildung beginnt, wird vielseitig gefördert, aber auch gefordert. Die Auszubildenden übernehmen zum Beispiel eine aktive Rolle in der Außendarstellung und bei Recruiting-Maßnahmen des Unternehmens. Sie sind sein Sprachrohr und berichten in Schulen, auf Ausbildungsmessen oder bei Interviewanfragen authentisch von ihrem Berufsalltag, stehen den Schülern als direkte Ansprechpartner auf Augenhöhe zur Verfügung. Auch auf den Social-Media-Kanälen werden Einblicke in den Arbeitstag der Azubis gezeigt. Ihre persönlichen Erfahrungen werden durch Fotos, Videos und Stories mit dem Ziel geteilt, junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen.
Während der Ausbildung fördert Leibbrand neben den fachlichen Kompetenzen auch die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen, etwa durch die aktive Einbindung in soziale Projekte und die eigenverantwortliche Projektarbeit mit dem Ziel größerer Selbstständigkeit. Dazu kommen Workshops zu Themen wie Auftreten, Kommunikation und Verhalten im Arbeitsumfeld. So leitete eine Maler-Auszubildende an drei aufeinanderfolgenden Vormittagen im Rahmen von Projekttagen Schülerinnen und Schüler an, ein Klassenzimmer neu zu gestalten – von der Ideenfindung über Gestaltungsskizzen bis hin zur praktischen Umsetzung mit Farben, Materialien, Möbeln und Deko-Elementen. Und im Rahmen des 100-jährigen Firmenjubiläums 2025 haben drei Auszubildende innerhalb von sechs Tagen für die Bewohner einer Senioreneinrichtung einen ehemaligen Saunabereich in einen ansprechenden Aufenthalts- und Bastelraum umgestaltet. Zum Abschluss fand eine kleine Einweihungs- und Dankesfeier statt. Über alle Aktivitäten wurde ausgiebig auf allen Medienkanälen berichtet.
Auch außerhalb des Unternehmens aktiv
Die Firma Leibbrand sieht es als ihre Verantwortung an, Jugendliche für das Handwerk zu begeistern und sie auf dem Weg vom Schulleben in den Beruf zu begleiten. Daher werden seit vielen Jahren Bildungspartnerschaften mit verschiedenen Schularten vor Ort gepflegt – etwa mit der Gemeinschaftsschule, Realschule und einem Gymnasium. Sie bringen Jugendliche frühzeitig mit der Arbeitswelt in Kontakt, bieten Orientierung und geben Impulse für berufliche Perspektiven. Im Rahmen der Zusammenarbeit bietet Leibbrand Besuche in den Schulen an und präsentiert Projekte und Ausbildungsmöglichkeiten, führt fiktive Bewerbungsgespräche mit Feedback zu den Unterlagen, lädt Schüler und Lehrkräfte zu Betriebsbesichtigungen ein und ermöglicht einwöchige Praktika. Die Erfahrungen mit den Bildungspartnerschaften sind durchweg sehr gut. Schon viele junge Menschen konnten dadurch für eine Ausbildung bei Leibbrand begeistert werden.
Bei diesem Projekt haben drei Auszubildende einen Aufenthaltsraum in einer Senioreneinrichtung gestaltet. Von den Bewohnern und der Einrichtungsleitung gab es viel Dankbarkeit und Wertschätzung.
So viele verschiedene Aktivitäten erfordern Planung, Organisation und terminliche Koordination. Die Herausforderung dabei: Leibbrand bildet in sechs Ausbildungsberufen aus, an unterschiedlichen Berufsschulen mit individuellen Schul- und ÜBA-Zeiten. Dazu die jeweiligen Anforderungen der Schulen und die Vorbereitungen auf die Zwischen- und Gesellenprüfungen. „Und dann haben wir ja noch unsere eigenen Ausbildungskonzepte, die wir unterbringen wollen, unsere Workshops und die Abteilungswechsel“, erläutert Krämer. „Da ist es oftmals nicht möglich, gemeinsame Termine zum Beispiel für einen Azubi-Workshop zu finden. Immer fehlen ein oder zwei, weil sie in der Schule, in der ÜBA oder krank sind. Daher haben wir uns dazu entschieden, die Stelle eines Ausbildungskoordinators zu schaffen. Diese wird Julia Hieber übernehmen, die bei uns auch das Marketing verantwortet.“ Sämtliche internen und externen Aktivitäten rund um die Ausbildung werden künftig an einer Stelle gebündelt und zentral verwaltet, um Klarheit und Transparenz zu schaffen.
Die Firma Leibbrand investiert viel Zeit und Geld in das Kapital Mensch. Frank Krämer ist überzeugt, dass sich das immer auszahlt: „Daher setzen wir uns täglich dafür ein und kämpfen darum.“ Und das offensichtlich seit vielen Jahren ziemlich erfolgreich.

Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb des Jahres 2026