Friedrich Klatt GmbH - Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb Holzhandel 2019
Friedrich Klatt, Lübeck

Friedrich Klatt, Lübeck

Kompetenz und Kollegialität


Besucht man Holzhändler Klatt, fallen die vielen jungen Gesichter auf. „Wir haben den Generationensprung weitgehend eingeleitet“, sagt Geschäftsführer Hinrich Klatt, „und auch fast alle Führungskräfte sind selbst ausgebildet.“ Das ist Zeugnis einer langjährigen Ausbildungstradition, die neben der umfassenden Schulung fachlicher Kompetenzen Wert auf die persönliche Entwicklung des Einzelnen legt – und dafür einen Parkett Star verdient hat, wie die Jury befand.

Was nützt das größte Fachwissen, wenn es an Human Skills wie der Teamfähigkeit hapert... „Die Zukunft unseres Unternehmens ist entscheidend abhängig von einer kompetenten und kollegialen Mannschaft“, wissen Jürgen und Hinrich Klatt, Geschäftsführer des Lübecker Holzhandelshauses Friedrich Klatt mit weiteren Standorten in Rostock und Hamburg. „Als in der dritten Generation inhabergeführter Betrieb haben wir schon immer Verantwortung für unsere Mitarbeiter und deren Entwicklung übernommen.“

Bis vor gut drei Jahren lag die Ausbildung im Verantwortungsbereich von Hinrich Klatt; seitdem kümmern sich sein Sohn Sönke und Verena Eller um das im Haus sehr wichtig genommene Thema. Mit Wirtschaftsingenieur Sönke Klatt im operativen Geschäft und seiner Cousine Juliane Klatt im Finanzwesen ist die vierte Generation des Familienunternehmens angetreten. Verena Eller hat selber bei dem Holzland-Mitglied Kauffrau für Groß- und Außenhandel gelernt.

Frühzeitig junge Mitarbeiter nachgewachsen

Friedrich Klatt, Lübeck
Lübeck ist der einzige Standort, an dem nicht nur Groß-, sondern auch Einzelhandel betrieben wird – „aber nicht in Konkurrenz zu unseren Kunden, sondern in Symbiose.“
Die beiden illustrieren perfekt den Generationensprung, den der Großhändler bereits weitgehend eingeleitet hat. Nur im Außendienst und im Lager hat die Verjüngung noch nicht durchgängig stattgefunden. Im Büro hingegen sind die Mitarbeiter im Schnitt zwischen Mitte Zwanzig und Mitte Dreißig,. Nicht ohne Stolz verweist Hinrich Klatt darauf, dass fast alle Führungskräfte im Haus selbst ausgebildet wurden.

Aktuell sind 16 der insgesamt gut 130 Mitarbeiter Auszubildende in den drei Berufsbildern Kaufleute für Groß- und Außenhandel, Fachkräfte für Lagerlogistik und Fachlageristen. Jedes Jahr werden sechs Ausbildungsstellen ausgeschrieben. Interessierten Nachwuchs für den kaufmännischen Bereich zu gewinnen, sei deutlich einfacher als für den gewerblichen, berichten Sönke Klatt und Verena Eller. Ausbildungsbeginn ist jeweils im August. Mit der Suche starten sie gewöhnlich am Jahresanfang und nutzen dafür klassische Instrumente wie Stellenanzeigen auf der Homepage oder in der Sonderbeilage der lokalen Tageszeitung. Adressaten sind dabei nicht nur die potentiellen Auszubildenden, sondern vielmehr ebenso deren Eltern. Dabei müssen die Kandidaten nicht unbedingt frischgebackene Schulabgänger sein: „Wir nehmen auch gern Ältere, die zum Beispiel schon eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen haben.“

Einblick geben, einbinden, Verantwortung übertragen

Was müssen die Bewerber mitbringen ? „Interesse, Eigeninitiative, Flexibilität, Belastbarkeit und Kollegialität“ wünscht man sich bei Klatt. Soziale Kompetenzen sowie die persönliche Weiterbildung der Mitarbeiter werden in dem Familienunternehmen hoch angesehen und gefördert, unter anderem durch externe Schulungen mit Teambuilding-Maßnahmen im Rahmen der Holzland-Akademie. Jeder soll seine Fähigkeiten entfalten können. Dass Tugenden wie Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit zählen – im Umgang untereinander genauso wie gegenüber den Kunden – wird an dem positiven, familiären Betriebsklima deutlich.

Innerhalb des Hauses werden die jungen Kollegen einerseits „an die Hand genommen“ und erhalten ständiges Feedback, andererseits werden sie frühzeitig in das operative Geschäft eingebunden, erlangen Einblick in alle internen Bereiche, dürfen schnell Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten. Dabei werden ihnen sogar eigene Projekte übertragen, etwa im Online-Bereich. „Wir müssen heute anders auf die Auszubildenden eingehen als früher“, erlebt Verena Eller. „Sie hinterfragen mehr, sind hungrig auf Informationen, wollen mehr Input und auch mehr Aufgaben.“ Dass ihnen bei Klatt früh viel Vertrauen geschenkt wird, danken die meisten durch Motivation und Einsatz.

Grundsätzlich startet die Ausbildung mit einem dreitägigen Crash-Einführungskurs, um den Betrieb und Abläufe kennenzulernen. Hierzu kommen alle Berufsanfänger zusammen. In den folgenden drei Wochen werden sie über interne Produktschulungen mit dem Sortiment vertraut gemacht, die auch im weiteren Verlauf regelmäßig stattfinden. In jedem Ausbildungsjahr absolvieren sie zudem überbetriebliche Lehrgänge; jeweils eine Woche lang dauert die Holzland-Akademie, bei der „auf dem Weg zum Holzhändler“ nicht nur theoretisches und praktisches Wissen zum Thema Holz angeeignet wird, sondern auch Teamtrainings und Präsenzübungen stattfinden. Zwei Wochen dauern die Seminare an der Holzfachschule Bad Wildungen, die eher klassischen Lehrcharakter haben und den fachlichen Unterbau vertiefen. Exkursionen in Kunden- und Lieferantenbetriebe, Tagesseminare vom GD Holz und Auszubildenden-Events runden das Programm ab.

Intern dient das erste Ausbildungsjahr der Orientierung, die Debütanten rotieren vierteljährlich durch sämtliche Abteilungen. Im zweiten Ausbildungsjahr folgt die Spezialisierung, das Gelernte wird angewendet und je nach persönlicher Neigung bilden sich dabei Präferenzen heraus. Silodenken gibt es nicht: Die kaufmännischen Auszubildenden lernen genauso, beim Kommissionieren mit anzufassen und liefern auch mal zu Ausbildungszwecken mit aus – „denn dann verstehen sie, warum ein Lkw wie beladen werden muss.“ Im dritten Lehrjahr wird der Kundenkontakt intensiviert und gezielt auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

„Breit aufgestelltes Zusatzprogramm“

Neben der qualifizierten Ausbildung – „wir vermitteln das, was wir später ernten wollen“ – wird den Nachwuchskräften „ein für die Branche breit aufgestelltes Zusatzprogramm“ geboten: Dazu gehören unter anderem freiwilliges Weihnachtsgeld und andere Sozialleistungen. Bei guten Leistungen winkt als Belohnung eine Teilnahme am vierten Workshop der Holzland-Akademie, der sich gezielt mit Verkaufstechnik befasst. Auch ist eine Verkürzung der Ausbildung auf zweieinhalb Jahre möglich.

Friedrich Klatt, Lübeck
Die klare, aufgeräumte Fußbodenausstellung stellt die Ware in den Vordergrund.
Dass Sönke Klatt und Verena Eller erste Ansprechpartner für die Berufseinsteiger sind, hat sich übrigens bewährt. „Die Hemmschwelle, sich bei Anliegen an uns zu wenden, ist geringer, als den Chef anzusprechen“, haben die beiden beobachtet. Sie sehen eine wichtige Aufgabe darin, die Auszubildenden zu motivieren und ans Haus zu binden und haben viele Ideen für die Zukunft.

Und dass das Familienunternehmen voraus denkt, belegen auch die aktuellen Investitionen des Holzfachhändlers, der mit seinem Stammsitz in Lübeck und zwei weiteren Standorten in Hamburg und Rostock zu den Großen der Region gehört. Während sich die beiden Niederlassungen so gut wie ausschließlich auf den Großhandel konzentrieren, wird in Lübeck auch in kleinem Umfang Einzelhandel betrieben – „aber nicht in Konkurrenz zu unseren Profi-Kunden, sondern in Symbiose."

Nach einem laut Hinrich Klatt „guten Gesamtjahr 2018, in dem Umsatzzuwachs nicht nur durch Preiserhöhungen erzielt werden konnte, sondern auch durch deutliche Volumensteigerungen“ und der Implementierung des zentralen Holzland-Onlineshops steht im ersten Quartal 2019 der Launch der neuen Website inklusive eines B2B-Onlineshops an. Außerdem ist eine stattliche Summe in die Logistik geflossen: neue, zusätzliche und größere Lkw, zum Teil mit Hochkran, wurden angeschafft und optimieren die Lieferkapazitäten. cw


Friedrich Klatt GmbH

Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb Holzhandel des Jahres 2019
Friedrich Klatt GmbH
Kieler Str. 1
23556 Lübeck
eMail: info@klatt.de
Internet: www.klatt.de
Telefon: 04 51 / 47 00 70
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